Mulier taceat

Regular price €117.99
Quantity:
In stock with our UK publisher. 14-28 days
Delivery/Collection within 10-20 working days
14 days return policy Shipping & Delivery
A01=Alesja Lavrinovica
Author_Alesja Lavrinovica
Category=QRMF13
Category=QRVC
church order
Corinthians
discourse analysis
early Christianity
eq_isMigrated=1
eq_isMigrated=2
eq_nobargain
gender roles
Greek manuscripts
interpolation
Latin versions
manuscript tradition
Mulier Taceat
Pauline epistles
redaction criticism
semantics
syntax
textual criticism

Product details

  • ISBN 9783162000095
  • Dimensions: 155 x 232mm
  • Publication Date: 17 Mar 2026
  • Publisher: Mohr Siebeck
  • Publication City/Country: DE
  • Product Form: Paperback
Secure checkout Fast Shipping Easy returns

Aļesja Lavrinoviča unternimmt eine kritische und detaillierte Analyse der Verse 1 Kor 14,34-35, die seit Jahrhunderten zentrale Bedeutung in der Diskussion um die Rolle von Frauen in frühchristlichen Gemeinden besitzen. Sie verbindet textkritische, redaktionskritische und sprachwissenschaftliche Methoden, um die syntaktischen, semantischen und pragmatischen Besonderheiten der Perikope herauszuarbeiten. Dabei wird die handschriftliche Überlieferung mit besonderem Blick auf frühe griechische und lateinische Texte untersucht und im Licht der exegetischen Diskussion von der Patristik bis zur Gegenwart bewertet.
Die Autorin zeigt, dass die Verse 34-35 eine eigenständige Texteinheit mit brüchigen syntaktischen Anbindungen bilden. Pronomengebrauch, Verbformen und Schlüsselbegriffe wie ἐκκλησία, λαλεῖν und λόγος τοῦ θεοῦ weisen deutliche Spannungen zu den umgebenden Versen auf. Diese Beobachtungen stützen die Hypothese einer späteren Einfügung. Zugleich arbeitet die Autorin die Funktion der Verse 33b und 36 als redaktionellen Rahmen heraus, der die vermeintliche Vorschrift universalisieren und auf die Einheit der Kirche ausrichten sollte. Damit erweist sich der Abschnitt als nicht-authentisch paulinisch, sondern als spätere redaktionelle Schicht.
Aļesja Lavrinovica hinterfragt traditionelle rhetorische Interpretationen, die von einer durchgehenden Kohärenz ausgehen, und schlägt stattdessen ein Modell vor, das Textinkohärenzen als Belege für Interpolation versteht. Sie bietet so neue Einsichten in Fragen der Autorschaft, der frühkirchlichen Praxis im Umgang mit Geschlechterrollen und der Herausbildung kirchlicher Normen.

Geboren 1982; 2023 Promotion an der Universität Zürich; Mitglied des Verbandes Lettischer Lutherischer Theologinnen; unabhängige Forscherin.

More from this author